Bürgerinitiative - NEIN zur NordostDURCHfahrung

Öffentlicher Verkehr


ÖV-Projekte im 22. Bezirk, U2-Nord-Verlängerung nach Aspern und Verlängerung der Straßenbahn-Linien 25 und 26
ÖV-Projekte im 22. Bezirk
U2-Nord-Verlängerung nach Aspern und
Verlängerung der Straßenbahn-Linien 25 und 26

Im Masterplan Verkehr Wien 2003 wurde der Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs (ÖV) beschlossen. Es wird ein Einblick in den aktuellen Planungsstand der für die Donaustadt (22. Bezirk) sehr wichtigen ÖV-Projekte gegeben. Neben den Varianten, die derzeit für eine Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 von der zukünftigen Station Aspernstraße ins Flugfeld Aspern untersucht werden, wird auch eine Verlängerung der Linie 25 nach Groß-Enzersdorf und der Linie 26 vom Kagraner Platz nach Hirschstetten geplant.

Die Projekte:

1) U2-Nord: Verlängerung von der Station Aspernstraße ins Flugfeld Aspern

Nach Beendigung der derzeit in Realisierung befindlichen dritten U-Bahn-Ausbauphase wird die U1 bis Leopoldau (2006) und die U2 bis zur Aspernstraße (2009) verkehren. Der am 4.11.2003 vom Wiener Gemeinderat beschlossene Masterplan Verkehr Wien 2003 sieht für eine vierte Ausbauphase neben anderen U-Bahn-Abschnitten auch die weitere Verlängerung der Linie U2 von der Aspernstraße bis ins Flugfeld Aspern vor.
Zur Vorbereitung der vierten Ausbauphase wurde daher im Herbst 2003 von der MA 18 unter anderem eine Variantenuntersuchung zu dieser U-Bahn-Verlängerung in Auftrag gegeben. Grundsätzlich werden in dieser ersten Planungsphase alle sinnvoll möglichen Varianten einer Linie bzw. eines Linienabschnittes aufgezeigt und gegenübergestellt. Ziel der Variantenuntersuchung ist es, Grundlagen für die Entscheidungsfindung zu schaffen.

Der derzeitige Stand der Variantenuntersuchung (November 2003) zeigt eine Anzahl von Grobvarianten. In einem ersten Auswahlverfahren werden weniger sinnvolle Varianten zurückgestellt. Die verbleibenden Varianten werden weiter untersucht und einem Variantenvergleich unterzogen. Nach einer weiteren vertieften Bearbeitung der besten Variante(n) werden Empfehlungen für eine politische Variantenentscheidung formuliert.

Im nächsten Planungsschritt ist ein "Generelles Projekt" über die ausgewählte Trassenvariante zu erstellen, dem eine Generelle Planungs- und Wirtschaftlichkeitsprüfung folgt. Danach können die notwendigen Planungen zur Erlangung der behördlichen Genehmigungen und für die Ausschreibung zur Bauvergabe durch die Wiener Linien erfolgen. Aus heutiger Sicht kann die Verlängerung der U2 ins Flugfeld Aspern unter Zugrundelegung von optimalen Planungsabläufen und bei gesicherter Finanzierung frühestens 2011 in Betrieb gehen.

2) Straßenbahn-Linie 25: Verlängerung von Aspern nach Groß-Enzersdorf

Vor dem Hintergrund, dass die räumliche Entwicklungskonzeption für die Achse Stadlau-Aspern-Eßling eine städtebauliche Verdichtung entlang der Erzherzog-Karl-Straße in Verbindung mit der Bildung bzw. Aufwertung von Zentren vorsieht und in Anbetracht dessen, dass die derzeitige ÖV-Erschließung durch die Autobuslinie 26A in absehbarer Zeit an seine Grenzen stößt, wurde die Realisierbarkeit einer Verlängerung der Straßenbahn-Linie 25 von Aspern nach Groß-Enzersdorf auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Für die geplante ca. 6.800 m lange Neubaustrecke wurden dabei zwei Szenarien ausgearbeitet.

Die Variante 1 geht dabei von einer Verkehrsreduktion auf der B 3 durch Umsetzung der in der SUPerNOW vorgeschlagenen Maßnahmen aus, während die Variante 2 von der Beibehaltung der derzeitigen Verkehrsmengen ausgeht. Unabhängig von der gewählten Variante kann für den Bereich zwischen der derzeitigen Endschleife und dem Ortsbeginn Eßling ein eigener Gleiskörper, sowie je eine Richtungsfahrbahn für den motorisierten Individualverkehr (MIV) eingerichtet werden. Für den Bereich zwischen Stadtgrenze und neuem Endpunkt in Groß-Enzersdorf kann aus Platzgründen hingegen nur ein vom MIV mitbenützter mittiger Gleiskörper angeboten werden. Für die restlichen Abschnitte (Ortskern Eßling bis Stadtgrenze) kann bei Variante 1 aufgrund der erzielten Verkehrsreduktion ein vom MIV mitbenützter mittiger Gleiskörper eingerichtet werden. Bei Umsetzung der Variante 2 kann in einem Abschnitt eine vollständige Trennung MIV - ÖV durch Einrichtung eines eigenen Gleiskörpers und je einer Richtungsfahrbahn, in weiten Teilen allerdings nur für die stadteinwärtsführende Richtung ein eigener Fahrstreifen eingerichtet werden. Betrieblich unterstützt werden die baulichen Maßnahmen durch Koordinierung der Verkehrslichtsignalanlagen und der damit verbundenen Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs.

Mit der Linienführung in der B 3 kann eine wichtige und leistungsfähige Trasse für den öffentlichen Verkehr geschaffen werden, welche die Bezirksteile Kagran, Stadlau, Aspern, Eßling und die Gemeinde Groß-Enzersdorf schienengebunden verbindet. Neben der kleinräumigen Verknüpfung der einzelnen Bezirksteile wären diese Zentren durch Umsetzung dieser Straßenbahnverlängerung auch direkt an die höherrangigen Verkehrsmittel U 1, U 2, R 20, R 80 und S 80 angebunden. Darüber hinaus könnte künftig auch das geplante Stadterweiterungsgebiet Flugfeld Aspern am südlichen Ende erschlossen werden. Diese Verlängerung soll bis spätestens 2009 realisiert werden.

3) Straßenbahn-Linie 26: Verlängerung vom Kagraner Platz nach Hirschstetten

Im Masterplan Verkehr Wien 2003 bildet die vierte ÖV-Ausbauphase, in der auch neue Straßenbahnlinien errichtet werden sollen, einen Handlungsschwerpunkt zur Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs. Neue Straßenbahntangenten im 21. und 22. Bezirk sollen direkte ÖV-Verbindungen zwischen den Zentren sowie eine optimale Verknüpfung mit den neuen U-Bahn-Linien ermöglichen.
Die MA 18 führt derzeit ein Generelles Projekt zur Verlängerung der Straßenbahn-Linie 26 durch. Es soll künftig für das Viertel um die Quadenstraße eine direkte, vom Straßenverkehr weitgehend unbehinderte Anbindung an die neuen U-Bahnverlängerungen U1-Nord und U2-Nord geschaffen werden. Die Attraktivität der ÖV-Anbindung des Siedlungsbereiches Hirschstetten - Quadenstraße - Ziegelhofstraße ist derzeit trotz der Erschließung durch die S80 nur mangelhaft. Die Hauptverbindung ins Zentrum bildet derzeit die Buslinie 23A nach Kagran, die massiv vom Kfz-Verkehr behindert wird. Nicht zufriedenstellend ist derzeit auch die ÖV-Anbindung des Gewerbeparks Stadlau. Das Entwicklungspotential im gesamten Einzugsbereich der Straßenbahn ist sehr groß (derzeit rund 26.000 Einwohner und 3.000 Arbeitsplätze), besonders im Bereich Hausfeldstraße.

Von der künftigen U1-Station Kagraner Platz an der Wagramer Straße wird die Linie über den Kagraner Platz und den Gewerbepark Stadlau direkt in das Siedlungsgebiet von Hirschstetten zur vorläufigen Endstelle bei der S-Bahnstation Hausfeldstraße führen. Die geplante Verknüpfung mit der U2 ist von der Trassenfestlegung der U2-Nord-Verlängerung abhängig. Von der Donaufelderstraße (neue Haltestelle Kagraner Platz/U1) biegt die Straßenbahn künftig nicht mehr in die Wagramer Straße zum Donauzentrum ab, sondern fährt geradeaus weiter. Am Kagraner Platz fährt die Straßenbahn auf einem eigenen Gleiskörper in der Mitte der Fahrbahn, an der Grünfläche am Anger mit dem Bezirksmuseum führt die Trasse nördlich vorbei. Über die neu gestaltete Kreuzung Kagraner Platz - Hirschstettner Straße - Breitenleer Straße fährt die Straßenbahn geradlinig in die Forstnergasse weiter. Nach einer Haltestelle beim neuen Sportplatz steigt die Trasse an und führt in Hochlage über die ÖBB-Ostbahn, den Gewerbepark Stadlau und die Schnellstraße S2. Mit der Haltestelle im Gewerbepark sind zahlreiche Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten nur noch 5 Minuten von der U1 entfernt.

Nach der Brücke über die Schnellstraße S2 fällt die Trasse und erreicht bei der Süßenbrunner Straße wieder Straßenniveau. Nach diesem geradlinigen, großteils vom Kfz-Verkehr getrennten Neubauabschnitt von der Wagramer Straße bis zur Oberfeldgasse folgt die Straßenbahntrasse ab der Ziegelhofstraße dem bestehenden Straßennetz durch das Viertel um die Quadenstraße - Am Heidjöchl. Über die Hasibederstraße oder Hausfeldstraße wird die Linie weiter bis zur S80 und zur U2 geführt. Die endgültige Variantenentscheidung und die Festlegung der Lage der Endstelle wird zusammen mit den Planungen zur U2-Nord-Verlängerung durchgeführt.


Beachten Sie dazu bitte auch die angefügten Links samt den Plänen!

Zurück zur Übersicht ...